Ein Wanderer an den Lebensflüssen

Haus Fühlingen – Kölns vergessene Villa

Thumbs Haus Fuehlingen 003 in Haus Fühlingen - Kölns vergessene VillaWestlich des Fühlinger Sees gelegen, findet sich eine Ruine, welcher man die ehemalige Größe und Pracht selbst heute noch, in ihrem zerfallenden Zustand anzusehen vermag; das Haus Fühlingen

Die Geschichte des Ortes ist eine recht tragische – Freiherr Eduard von Oppenheim, Mitbegründer des Kölner Zoos, Gründer des Gestüts Schlenderhan und Sohn des Bankiers Abraham von Oppenheim (1831 – 1909 – Sein Grab findet sich auf dem Melatenfriedhof) erbaute das Anwesen auf dem Gebiet der Fühlinger Heide im Jahre 1884, um dort seiner Leidenschaft, dem Pferdesport, nachzugehen.

Dort, wo heute der Fühlinger See jeden Sommer Wassersportbegeisterte und Badegäste anlockt, befand sich bis ins Jahr 1912 die ehemalige Pferderennbahn des Anwesens. Leider eigenete sich die Bodenbeschaffenheit des Geländes nicht zur Pferdehaltung, so dass Oppenheim seinen Traum vom zumindest diesem Gestüt aufgeben musste.

Im Jahre 1912 begann man auf dem Gelände der Rennbahn mit dem Abbau von Kies, was dazu führte dass sich die entstandenen Mulden schnell mit Rheinwasser füllten. Ab den 1930er Jahren kamen erste Badegäste auf die Idee den künstlichen See zur Erfrischung und als Ausflugsort zu nutzen. Im Jahre 1967 entstand der Fühlinger See dann durch die Rekultivierung der alten Kiesgruben.

Aber zurück zu Oppenheim und seiner prächtigen Villa…

Für ihn war die Planung des Geländes als Pferdegestüt ein finanzieller Reinfall, so dass er gezwungen war das Haus zu verkaufen. Dies Geschah im Jahre 1907, zwei Jahre vor seinem Tod. Ein Jahr nach Oppenheims Tod pachtete ein Ernst Kolb, über welchen ich nichts weiter in Erfahrung bringen konnte, dass Haus. Einerseits wurde die Fläche des Geländes landwirtschaftlich genutzt, andererseits gab es ab 1912 den Kiestagebau dort, wo heute der Fühlinger See liegt.

In den Jahren des zweiten Weltkriegs wurden polnische Zwangsarbeiter dort eingesetzt um die Arbeiten zu verrichten. Einer dieser Zwangsarbeiter – Eduard Margol – verliebte sich wohl in die Tochter des Besitzers, woraufhin dieser ihn der Gestapo Köln übergab, welche ihn am 15.01.1942 hängte. Angeblich sollen die übrigen Zwangsarbeiter einen Bewohner des Hauses aus Rache in einem Hühnerstall erschlagen haben.

(wird fortgesetzt)

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